Wilde Verfolgungsfahrt von LKW und Polizei
Schorndorf.
Zu einer filmreichen wilden Flucht vor der Polizei kam es gestern Vormittag. Sieben Streifenwagen waren im Einsatz, um einen renitenten LKW-Fahrer endlich in Ebersbach zu stellen. „Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt“, heißt es im Polizeibericht.
Auf seiner 20 Kilometer langen Flucht hatte ein 63-jähriger Mann aus Schorndorf mit seinem weißen Lkw, Fiat Ducato, etliche Verkehrsteilnehmer massiv gefährdet. Ein Polizeibeamter wäre beinahe vom Fiat erfasst worden
Gegen 11:30 Uhr war einer Streifenbesatzung der Polizeihundeführerstaffel in Schorndorf der Fiatfahrer aufgefallen, da er seinen Sicherheitsgurt nicht angelegt hatte. Als sie ihn in der Benzstraße anhalten wollten, beschleunigte er. Er bog in die Arnoldstraße ab und fuhr kreuz und quer durch Wohnsiedlungen, links und rechts der Gmünder Straße bis zur Göppinger Straße. Auf seinem Fluchtweg Richtung Oberberken umkurvte der Flüchtige trotz Überholverbot und Gegenverkehr mehrere vor ihm Fahrende.
Inzwischen hatte eine weitere Streifenbesatzung aufgeschlossen, die den Flüchtigen ebenfalls mit Blaulicht und Martinshorn verfolgte. Die Flucht führte durch Oberberken, das er mit deutlich über 100 Sachen durchfuhr. Am Ortsende hielt der 63-Jährige an der Verkehrsinsel links vorbei und überholte einen Linienbus. Ein Lkw-Fahrer stieg voll ins Eisen, um den Frontalcrash zu verhindern.
Weiter ging’s mit kriminell hohem Karacho Richtung Göppingen. Die Polizisten mussten Überholversuche abbrechen, da der Höllenfahrer durch Lenkbewegungen versuchte, den Streifenwagen von der Straße zu drängen. In einer Linkskurve schnitt er die Kurve, zum Glück konnte ein Motorradfahrer gerade noch nach rechts ziehen. Beim Ex-Bundeswehrdepot bog er in den Wald ab und fuhr über Feldwege Richtung Nassachtal. Beim Waldparkplatz „Bärentobel“ musste sich eine Fußgängerin mit ihrem Hund mit einem Sprung über einen Abhang retten. In Uhingen bog er in das Industriegebiet „Unterer Wasen“ ab. Als er bemerkte, dass er sich in die Sackgasse verrannt hatte, wendete er. Eine Streifenbesatzung hatte ihr Fahrzeug inzwischen quer gestellt. Der Fiat-Lenker hielt auf den ausgestiegenen Beifahrer zu. Nur durch die geistesgegenwärtige Reaktion des Fahrers, der stark beschleunigte und durch den Sprung des Beifahrers zurück in den Streifenwagen blieben die Polizisten unverletzt.
Sieben Streifenbesatzungen von Waiblingen und Göppingen brauchte es, um den Mann zu stoppen. Bei der Festnahme leistete er keinen Widerstand. Einen Führerschein hat er nicht. Deshalb habe er sich zur Flucht entschieden. Im droht nun ein Strafverfahren, unter anderem wegen Straßenverkehrsgefährdung.
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